Känguruh-Film

 GmbH Berlin

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Berlin – Ecke Bundesplatz


Die Filme von 2003


1: Kinder! Kinder!
2: Alte Freunde
3: Vereinigungen
4: Recht und Ordnung



Vier neue Langzeitdokumentarfilme »Berlin – Ecke Bundesplatz« (1986 – 2004) von Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich sind fertig! Ein Soziogramm nicht nur vom Kiez, eher ein Fingerabdruck unserer Gegenwart. Der Bundesplatz wird für einen Moment zur Mitte der Welt, Alltagsleben und Zeitgeschichte verschmelzen zu einem Bild der deutschen Wirklichkeit und der Bundesplatz wird Spiegel, mitunter auch Karikatur gesellschaftlicher Zustände.


1: Kinder! Kinder!


Antonia Köpcke mit Kind und Freund  Antonia Köpcke mit Kind und Freund

In einem früheren Film wurde das Schicksal der alleinerziehenden Mutter Marina Storbeck beschrieben. Jetzt geht es um die Entwicklung ihrer drei Kinder.

In der Nachbarschaft wachsen die Kinder der Sänger-Familie Köpcke auf. Alle scheinen eines gemeinsam zu haben: Die Kinder der Sozialhilfeempfängerin scheinen das fortzusetzen, was ihre Mutter und deren Mutter vorgemacht haben. Die Kinder der Sänger-Familie werden ebenfalls Musiker. Nur Moritz, der älteste Sohn, will anders leben und ein erfolgreicher Manager werden.

Hier und da gibt es Ausbruchversuche, neue Ansätze, aber es scheint so zu sein, dass Erziehung hauptsächlich im »Vorleben« besteht und es scheint sich alles in den nächsten Generationen zu wiederholen.


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2: Alte Freunde


Herr Kaufmann beim Tai Chi  Herr Kaufmann beim Tai Chi

Anders in der Beziehung der beiden älteren Ehepaare in »Alte Freunde«. Familie Kaufmann und Familie Rehbein haben sich in den 70er Jahren durch ihre Kinder kennengelernt. Herr Kaufmann ist Professor für Astrophysik, Herr Rehbein U-Bahn-Abfertiger. Helga Rehbein ist quirlige und praktische Propagandistin und Hausfrau. Inge Kaufmann war früher Sozialarbeiterin und ist durch einen Schlaganfall behindert, aber voller Lebensmut.

Gemeinsam ist die tiefe Abneigung gegen Militär und Krieg. Wie haben sich die Lebensentwürfe dieser unterschiedlichen Ehepaare realisiert? Welche Erwartungen hatten und haben sie an die Ehe und an das Alter? Wie kann man heute souverän alt werden, der Konsumgesellschaft misstrauen, ohne Bodystudios und Wellnesscenter?


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3: Vereinigungen


Reimar Lenz heiratet Hans Ingebrand  Reimar Lenz heiratet Hans Ingebrand

Der Film »Vereinigungen« bezieht sich auf die kleinen Vereinigungen im privaten Bereich und parallel dazu auf die politische Entwicklung in Deutschland. Es wird die Karriere des Schornsteinfegers Michael Creutz erzählt, der zunächst nach Los Angeles ausbricht, um eine Schwarzenegger-Karriere zu beginnen. Dann kommt er ernüchtert nach Berlin zurück und erhält einen Kehrbezirk in dem ihm verhassten Ost-Berlin. Nach langen Jahren des Suchens kann er sich zur Ehe entschließen.

Gleichzeitig lassen sich Reimar Lenz und Hans Ingebrand, die jahrelang unter der Diskriminierung als Homosexuelle gelitten haben, standesamtlich trauen.

Kurz nach der Wende zerreibt sich die SEW in ihrem Wilmersdorfer Parteibüro in endlosen Diskussionen und Schuldzuweisungen. Wie denken die Genossen von einst heute?

Was macht die »Ziege aus dem Osten«, die damals als sechsjähriges Mädchen nach der Flucht aus Prag wochenlang mit ihren Eltern in der benachbarten Turnhalle campieren musste? Sie trifft sich nach 13 Jahren mit einer Freundin und dem Rektor von damals in der alten Schule.

Ein Straßenzug weiter hatten die »Stahlhelmer« ihr Vereinslokal. Jetzt wohnen hier Wehrdienstverweigerer. Von den alten Aufnahmen mit den Naziliedern sind sie angeekelt. Sie machen hier ihre eigene Musik.


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4: Recht und Ordnung


Rechtsanwalt und Notar Ülo Salm  Rechtsanwalt und Notar Ülo Salm

In »Recht und Ordnung« wird die wundersame Wandlung des Prominentenanwalts Ülo Salm erzählt. Einst Vertreter der Reichen und Schönen, dann unterwegs als Glücksritter in Estland und in den neuen Bundesländern, dann stolzer Villenbesitzer, dann angeklagt wegen Betrugs in größerem Stil und nach 14-monatiger Untersuchungshaft zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Einige Häuser weiter wohnt der eher bescheidene Beamte und Schiedsmann Kurt Ottenberg, der nach dem Tod seiner Frau ein neues Glück sucht. Preußische Staatsdiener wie er wird es in Zukunft weniger geben, aber auch Herr Salm ist ein Produkt der Wendezeit.


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FILMINFO

Berlin – Ecke Bundesplatz

Eine Langzeitdokumentation von

Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich

Berlin – Ecke Bundesplatz 2009

Format

Vier Filme à 90 Minuten, Farbe

Kamera

Harald Beckmann, Hans-Georg Ullrich, Wolfgang Samlowski

Ton

Detlef Gumm

Schnitt

Simone Klier

Tonschnitt

Anja Neitzert

Negativschnitt

Ljiljana Fisch

Mischung

Michael Eiler

Musik

Andreas Brauer

Mitarbeit

Franz Kozmus, Heiner Schlieper

Redaktion

Monika Paetow (WDR)
Rolf Bergmann (rbb)
Reinhard Wulf (3sat)

Produktion 1986 – 2003

Känguruh-Film GmbH, Berlin
im Auftrag von WDR, rbb und 3sat

Faltblatt

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